200/1800mm FH Refraktor

Wie immer bei mir dauern die Bastel-Projekte immer sehr lange. Genau so bin ich ein Fan großer Geräte die auch mal etwas länger werden.

Genau so ein Projekt ist mein 200/1800 Frauenhofer Refraktor.

2014/15 durchstöberte ich das Internet nach einem großem Kollimatorobjektiv für ein „geheimes Projekt“.

Auf Astronomie.de wurde ich fündig. Das Objektiv zeigte laut Vorbesitzer einen Astigmatismus. Schnell hatte ich mich auf einen Preis mit dem Verkäufer geeingt. Zwei Wochen später war das Objektiv bei mir.

Da mich natürlich die neugierde gepackt hatte, ich mir die Beschreibung des Textes nochmal durchlas. Kam bei mir der verdacht auf das die Optik etwas unentspannt war. Das kannte ich von meiner Russentonne (MTO 100/1000) die ich als Azubi damals auf einem Interferometer begutachten durfte. Nachdem ich dort den Spannring gelöst hatte machte es klack und aus den Eiförmigen Interferenzringen wurden Runde Ringe 😉 So wie man es sich wünscht.

Da sich die Sterne wohl als etwas dreieckig wiedergaben, die Abstandspacer des FH Objektives in 120° abständen angeordnet waren. Zählte ich 1 und 1 zusammen. Macht ich mich also ans Werk. Die Linsen waren fest im Objektiv gehalten. Als ich den Haltering leicht öffnete hörte ich auch wieder dieses verdächtige Geräuch… Klack.

Jetzt hatten die Linsen wieder etwas Spiel.

Also was tun? Kollimator bauen für Projekt X oder einfach mal einen Refraktor der anderen Dimension basteln. Es war klar was es wird.

Mit einem Meterstab ermittelte ich nochmal die Brennweite. Auf einer „optischen Bank“ baute ich mir im freien ein Provisorium um mal durch die Linse in den nächsten Wald zu spechteln. Natürlich war das alles ziemlich wackelig und sehr ungenau. Aber es bestätigte sich zumindest das er kein reiner Farbwerfer werden würde.

Nun durfte  sich das Objektiv mehrere Jahre in meinem Kellerverlies entspannen…

Herbst 2017…. FreeCAD wollte mal getestet werden.

Im 2017/2018 zeichnete ich alles im Maßstab 1 :1 auch auf ein Blatt Endlospapier. Praktisch wenn man so etwas zuhause hat. Objektiv gezeichnet, Brennweite und Brennpunkt. Anhand des Strahlengangs konnte ich die grobe Position von drei Blenden einzeichnen.

Während ich so plante fand ich bei Gerd Neumann eine Möglichkeit einen Hartpapiertubus fertigen zu lassen. Dieser passte dann perfekt für das Objektiv bzw. für Objektivzelle. Von einem befreundeten Schreiner lies ich nun zwei Ringe aus Multiplex fertigen. Diese dienten dann später als Anschlag bzw. Befestigung für das Objektiv. So kann es nun etwas justiert werden (was aber meist nicht notwendig war) und auch als Befestigung der Taukappe.

Am Ende fräste er mir noch den Abschlussdeckel für den Refraktor. Von einem alten FH-Refraktor hatte ich noch eine 2 Zoll  Auszug.

Die ersten Tests waren vielversprechend.

Nebenbei verfolgt man viele Astronomische Themen, auch die Diskussionen in den Foren über Optik las ich immer wieder mal. Aus früheren „negativen Bastel“ Erfahrung wusste ich das Prismen, wenn man sie weg lässt die Abbildung verschlechtern. Oder man fügt einem System einen Glasweg hinzu. So kann es sich positiv auswirken. Gut das man bei Ebay immer wieder Schätze findet. So auch ein 3″ Rodenstockprisma. Natürlich ohne Adapter aber das Gehäuse bot eine gute Anschlussmöglichkeit.

Also bei einem Mechaniker um die Ecke ein paar Adapter bestellt. Eine alte 2″ Barlow zerlegt und fertig war das 3″ Zenitprisma. Auf dem Mond zeigte sich nun weniger Blausaum. Immer noch sichtbar aber weniger. Ich war echt verblüfft. Aber es hat geklappt.

Jetzt war der Okularauszug mehr als wie überlastet… der Arme. Also wieder NSA-mässig das Netz durchforstet. So konnte ich einen „günstigen“ 3 Zoll auszug erstehen. Der dann doch das teuerste am ganzen Teleskop wurde 😉

Auch hier war der Mechaniker um die Ecke für eine Adapterlösung notwendig. Zum glück konnte ich alles am Teleskop weiter verwenden.

Ein Baader Fringkiller zog dann auch noch in den Refraktor ein.

Jetzt kommt der Refraktor immer wieder mal zum Einsatz, bei unseren Vereins Sterndlfesten gehört nun schon fest dazu.

Die EQ6, auf der dieses Monster nun seine Heimat gefunden hat, muss wirklich schwer arbeiten. Aber sie trägt es mit Würde 😉

Sicher finde ich hier mal eine günstig Lösung 😉

Aber das ist eine andere Geschicht…..